1 Forschungsgeschichte

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1.1 Stadthäuser des 12. bis 14. Jahrhunderts in Cluny

Abb. 1.1: Cluny, Häuser 15 und 15bis, rue dʼAvril.
Halbach 1984, S. 568 Tafel 10 (Ausschnitt).
Nachbearbeitung: Verfasser.

Abb. 1.1: Cluny, Häuser 15 und 15bis, rue dʼAvril.
Halbach 1984, S. 568 Tafel 10 (Ausschnitt).
Nachbearbeitung: Verfasser.

Abb. 1.2: Cluny, Häuser 15 und 15bis, rue dʼAvril.
Garrigou Grandchamp et.al. 1997, S. 118 Abb. 83 a (Ausschnitt).

Abb. 1.2: Cluny, Häuser 15 und 15bis, rue dʼAvril.
Garrigou Grandchamp et.al. 1997, S. 118 Abb. 83 a (Ausschnitt).

Zum Thema des Stadthauses in Cluny in der Zeit um 1100 liegt bis dato noch keine Publikation vor.1 Die vorhandenen Kataloge von Aymard Verdier und François Cattois bis hin zu Anke Halbach informieren über traufständige Reihenhäuser erst ab der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts.2 Verdier und Cattois führen schon Mitte des 19. Jahrhunderts die wissenschaftliche Dokumentation des mittelalterlichen Hausbestands von Cluny ein, die sich von den romantisierenden Stichen im Gefolge von Emile Sagot kategorisch abhebt und der Wissenschaft zahlreiche Details heute nicht mehr existierender Fassaden in Form aquarellierter Architekturzeichnungen, Verortungspläne und kurzer Beschreibungen zugänglich macht. Halbachs auf die gesamte Region Burgund bezogene Häuseruntersuchung enthält Cluny als befundreichsten Standort.3 Umfangreiche Beschreibungen ornamentaler Einzelformen, besonders der Fassaden, führen zur relativ präzisen Zeitstellung der Reihenhäuser, während für die Typologie noch kaum auswertbare Befundaufnahmen vorliegen (Abb. 1.1).

Es sind dieselben Häuser, die in zahlreichen kurzen, meist lexikographischen Darstellungen als Ideogramme des frühen mittelalterlichen Stadthauses verwendet werden.4 Pierre Garrigou Grandchamp stellt in seiner Dissertation5 erstmals eine umfassende Übersicht mit zahlreichen individuellen, von Jean-Denis Salvèque gezeichneten Bestands– und Detailplänen solcher Häuser in Cluny vor (vgl. Abb. 1.2). Die Bauaufnahmen von Salvèque und Garrigou Grandchamp, typischerweise im Maßstab 1:50, entstanden im Centre dʼétudes clunisiennes als Erweiterung der Baukatalogisierung, die die Einrichtung eines Secteur sauvegardé als Instrument des flächenhaften Denkmalschutzes in Cluny vorbereitet. Das Planwerk war ausgezeichnetes Ausgangs– und Vergleichsmaterial für die vorliegende Arbeit.6 Es wurde von Garrigou Grandchamp und Salvèque in La ville de Cluny et ses maisons XIe–XVe siècles ausgewertet.7 Das Buch informiert anschaulich über den mittelalterlichen Hausbestand mit Ausstattung. Für die Bauskulptur werden zuverlässige Ergänzungsvorschläge vorgelegt. Gebäudeergänzung und Typologie verbleiben eher hypothetisch und schematisch, enthalten jedoch viele fundierte neue Aspekte. Michael Jones und Gwyn Meirion-Jones geben in derselben Publikation einen siedlungshistorischen Überblick, der auf den seit den 1930er Jahren von Paul Degueurce und von Georges Duby formulierten Ansätzen basiert;8 diese werden in der vorliegenden Arbeit revidiert.

1.2 Stadthäuser um 1100 in Europa

Ähnlich wie in Cluny verhält es sich mit der Kenntnis des hochmittelalterlichen Stadthauses in ganz Frankreich, die bislang nicht in die Zeit um und vor 1100 vorgedrungen ist,9 wie es der Katalog mittelalterlicher Häuser von Yves Esquieu10 erkennen lässt. Für Rouen stellt Dominique Pitte zwei mehrgeschossig rekonstruierte Steinbauten der Zeit um 1100 dar; allerdings fehlt noch die naturwissenschaftliche Absicherung der frühen Datierung.11 Im 2003 erschienenen Beitrag „Les maisons urbaines du Xe au milieu du XIIIe siècle : état de la question“ der Actes des journées dʼétude de Toulouse 2001 zum Thema des mittelalterlichen Hauses in Südfrankreich greift Pierre Garrigou Grandchamp auf die Bestandsdarlegung meiner Vorberichte über burgundische Häuser zurück, um an diese konkrete Grundlage weitere, eher summarische Darstellungen anderer Autoren von möglicherweise früheren bis zeitgleichen Bauzusammenhängen an Orten in Südwestfrankreich anzuknüpfen.12

Verwertbare Beiträge aus Italien sind die baugeschichtliche Untersuchung zum nachantiken römischen Hausbau auf dem Nerva-Forum von Riccardo Santangeli Valenzani13 wie auch die Auswertung hochmittelalterlicher notarieller Akte der Stadt Rom von Etienne Hubert.14 Besonders Huberts Darstellung enthält zahlreiche hilfreiche und detaillierte Informationen zu Haus und Stadt. Neben dem Wandel des Stadtbildes können wesentliche typologische Eigenheiten der hochmittelalterlichen Häuser Roms, die Hubert auf geschichtswissenschaftlichem Weg erschloss, am Befund in Cluny erläutert werden. Für die Toskana gibt Michael Braune15 zwar das Erscheinen früher privater Steinhäuser in der Stadt als bezeugt an, etwa in Pisa ab 1064, bringt aber keinerlei Befunddarstellung. Der häufige Hinweis Braunes und anderer Forscher auf die Kreuzzüge und den unzweifelhaften Architekturimport aus dem östlichen Mittelmeerraum veranlasst einen Blick auf die Untersuchungen des Institut français dʼArchéologie du proche-orient zur spätantiken Architektur in Nordsyrien,16 der in Kap. 5. dargestellt ist.

Wenngleich insgesamt die neuere historische Erforschung des ravennatischen Exarchats, der Pentapolis und weiterer oberitalienischer Städte, betreffend städtische Wohnbauten des 7. bis 11. Jahrhunderts, im Wesentlichen zu Ergebnissen kommt, die den neuen typologischen Beobachtungen in Cluny nicht widersprechen,17 fehlen baugeschichtlich erkundete Häuser dieser Zeit noch fast vollständig.18

Abb. 1.3: Freiburg i. Br., Großer Sickinger-Prospekt von 1589.
Ikonographisch erschlossener hochmittelalterlicher Feudalbau im Augustinerhof.
Beyer 1992, Titel (Ausschnitt).

Abb. 1.3: Freiburg i. Br., Großer Sickinger-Prospekt von 1589.
Ikonographisch erschlossener hochmittelalterlicher Feudalbau im Augustinerhof.
Beyer 1992, Titel (Ausschnitt).

Über Steinhäuser im Rheingebiet, deren Befund das Thema der Abhandlung berührt, geben vereinzelt Einträge im Katalog der romanischen Häuser von Anita Wiedenau19 und die Monographie „Das Graue Haus zu Winkel im Rheingau“ Auskunft;20 Richard Strobel denkt in Regensburg an die Existenz von Kaufmannshäusern der Zeit um 1100.21 Die von Marianne Gechter und Sven Schütte publizierten großen, straßenfrontbildenden karolingischen Steinhäuser in Köln bleiben bislang insular.22 Die zugrundeliegende Dokumentation lässt die typologische und zeitliche Einordnung nicht ganz zweifelsfrei nachvollziehen. Die Häuser nehmen anscheinend die Stadttexturentwicklung des 12. Jahrhunderts vorweg. Pionierarbeit, vor allem in methodischer Hinsicht, leistete auch die schweizerische Stadtkernforschung, beispielsweise Jürg E. Schneider und Daniel Gutscher bei den Rettungsgrabungen 1977–83 auf dem Zürcher Münsterhof, die hochmittelalterliche Gebäudefragmente in Holz und Stein zutage brachten.23 Am Oberrhein ist in einem Grabungsvorbericht im Jahresbericht der Archäologischen Bodenforschung des Kantons Basel-Stadt von Pavel Lavicka 1982/83 erstmals von steinernen, ungefähr rechteckigen Kernhäusern die Rede, die nach in einem jüngeren Mörtelestrich gefundener Keramik ins 11. Jahrhundert datiert wurden.24 Lavicka schließt im Jahresbericht 1984 einen weiteren Vorbericht über die Ausgrabung 1977–84 in der Schneidergasse und am Andreasplatz an.25 Es wird ein Straßenniveau-Anstieg von 300 cm bis zum heutigen Verkehrshorizont festgestellt. In den Nachrichten des Schweizerischen Burgenvereins berichtet Christoph Matt 1984 über eines der Steinhäuser und schlägt eine Datierung „im weitesten Sinn zwischen dem späten 11. und dem frühen 12. Jahrhundert“ vor.26 Immo Beyer führte 1986 das „hofseitige Turmhaus“ als älteste Steinbebauung in Freiburg i. Br. ein.27 Der Aufsatz „Bauliche Hinweise zur Gründung Freiburgs 1091“ stellt erste Ergebnisse der 1985 begonnenen Untersuchungen am romanischen Hausbestand in Freiburg im Breisgau vor,28 die neben neuen Profilreihen von attischen Basen der Romanik den „Kernhaus“-Besatz nach Basler Modell im Gebiet der gesamten Freiburger Altstadt feststellen und systematisch als Quelle für die Interpretation und Datierung der Stadtentstehung nutzen. Die Dokumentation des mittelalterlichen Hausbesatzes durch die Freiburger Stadtkernforschung und Monumentenarchäologie basiert auf Vermessungs– und Darstellungsmethoden der Antikenforschung. Besonders in der Anfangszeit der Untersuchungen wurden Jürg E. Schneider und Daniel Gutscher als Vertreter der schweizerischen Monumentenarchäologie methodisch und inhaltlich als Berater einbezogen. Auf Beyer gehen die Dokumentation eines kontinuierlichen, in der Größenordnung mit Basel vergleichbaren Straßenniveau-Anstiegs in Freiburg zurück, außerdem auch die Isolierung eines feudalen „Donjon“-Saalbau-Gebäudetypus (Abb. 1.3), der für die vorliegende Untersuchung von besonderer Bedeutung ist.29 Aus der Freiburger Dokumentation, an der seit 1992 der Verfasser mitwirkte, erwuchs die Wanderausstellung „Die romanische Stadt – Freiburg von unten“ (1998), in die auch erste Erkenntnisse der Untersuchung seit 1994 in Cluny einflossen (vgl. Pl. 9.6). Die Bauuntersuchung in Cluny verfolgte zunächst das Ziel, einen Vergleich für die Freiburger Befunde zu finden und die Herkunft von Haustypen, Konstruktionsweisen und Stilausprägung zu klären. Wegen der Seltenheit erhaltener hochmittelalterlicher Profanbauten war der Vergleich von vornherein großräumig zu suchen.30 Da die Freiburger Baubefunde stark zertrümmert sind, entstand außerdem das Bedürfnis größerer Sicherheit bei deren Interpretation. Als Kriterien für die Objektfindung in Cluny wurden Erfahrungen mit der Freiburger Bausubstanz zugrunde gelegt. Hauptmerkmal der dort als älteste erkannten Stadthäuser ist aus typologischer Sicht ein relativ kleiner, viereckiger, isolierter, von der Straße zurückgesetzter Grundriss und eine Höhenentwicklung des Baukörpers, die bis zur Traufe bis zu drei Geschosse aufnehmen kann. Konstruktiv liegt hammerrechtes Mauerwerk, Wackenmauerwerk oder Schichtmauerwerk aus beidem vor, das in regelmäßigen Lagen gesetzt und mit lehmreichem Mörtel gebunden ist. Fragmente solcher Häuser sind auf einigen Parzellen erhalten geblieben, die nicht durch Kriegseinwirkung oder durch Modernisierung infolge starker Gewerbenutzung im 20. Jahrhundert vollständig überformt wurden.

Diese Beobachtungen führten in Cluny zur Identifizierung und Untersuchung von Objekten von besonders früher Zeitstellung, die typologisch, stilistisch und bautechnisch noch nicht erfasst waren. Nach Bekanntwerden der ersten Ergebnisse forderte Pierre Garrigou Grandchamp die Einführung der detaillierten Bauaufnahme und Bauanalyse auch für andere Städte in Frankreich, um generell größere Interpretationssicherheit zu gewinnen. Im Vordergrund steht in der vorliegenden Arbeit deshalb die Offenlegung des Bestandes, in der Regel auf der Grundlage von steingerechten Bauaufnahmen im Maßstab 1:20. Die Bauanalyse wird von dendrochronologischer Datierung gestützt. Die Untersuchung kommt freilich nicht ohne Ergänzungen und Rekonstruktionen aus, doch sind diese detailliert begründet und bilden in der Regel die einzig mögliche Interpretation des fragmentierten Bestands. Alle Nebenergebnisse, etwa zur Metrologie, zur Planung von Haus und Stadt und zur Umsetzung des Baugedankens auf dem Bauplatz, sind unmittelbar aus der detaillierten Beobachtung und Dokumentation der betreffenden Bauwerke entwickelt. Weil die zu derartigen Themen vorgefundenen Hypothesen im näheren Umfeld der Untersuchung an den wenigen Stellen, an denen sie annähernd überprüfbar sind, dem Baubefund nicht ausreichend entsprechen, kann darauf nicht aufgebaut werden. Zu diesen Hypothesen zählen die Interpretationen zu Metrologie und Entwurfsgeometrie von Kenneth John Conant31 und vor allem Alain Guerreau.32 Vorwiegend auf individuelle Bauten bezogene Erklärungen sowie Detailfragen werden vorliegend in den Kapiteln 3 und 4 an entsprechender Stelle diskutiert, übergeordnete planungsgeschichtliche Fragen in Kapitel 7.

1.3 Präurbane Siedlungsgeschichte und Stadtentstehung von Cluny

1.3.1 Baubefunde aus der Zeit vor 1150

Abb. 1.4: Cluny im 10. und 11. Jh.
Rollier and Roiné 1994, Dokument 4 (Ausschnitt).

Abb. 1.4: Cluny im 10. und 11. Jh.
Rollier and Roiné 1994, Dokument 4 (Ausschnitt).

Für die Abtei Cluny reichen die Grabungsergebnisse seit Kenneth John Conant wenigstens mit kleinen Baufragmenten bis an deren Gründung heran;33 dennoch sah Neil Stratford berechtigten Anlass, ausführlich auf die dünne Befunddecke und den in großen Teilen hypothetischen Gehalt verbreiteter Rekonstruktionen der Abtei hinzuweisen.34 Bei der Siedlungsgeschichte der Stadt sieht es noch magerer aus35: Zwar ist Cluny bekannt für einen reichen Bestand an hochmittelalterlichen Häusern, die vor allem von Pierre Garrigou Grandchamp und Jean-Denis Salvèque dokumentiert wurden,36 doch ist festzuhalten, dass diese Bauten sämtlich erst nach 1150 errichtet wurden. Für die Zeit davor gibt es außerhalb der Abtei bislang nur den Baubefund zweier Kapellenruinen des 11. Jahrhunderts, Saint-Mayeul und Saint-Odilon. Saint-Mayeul ist seit dem Spätmittelalter als Pfarrkirche bezeugt. Diese Funktion wurde seit der Bauzeit im 11. Jahrhundert angenommen und ein ursprünglicher Kern der Siedlung, ebenfalls hypothetisch, in die Umgebung der Kirche gelegt.37 Gilles Rollier und Nadine Roiné haben 1990–94 die in der Forschung tradierte Siedlungsgeschichte Clunys als polyzentrisch-sukzessives Erklärungsmodell von den Anfängen bis zum 20. Jahrhundert in einem schematischen, dennoch stellenweise detailscharfen archäologischen Kartenwerk zusammengefasst (vgl. Abb. 1.4 und 1.5). Der zeichnerische Überblick der Siedlungsgeschichte kondensiert die bisherigen Einzelergebnisse. Für das 10. und 11. Jahrhundert sind unverändert die Hypothesen von Degueurce („bourg“ bei Notre-Dame und „faubourg“ bei Saint-Marcel) und Duby (ergänzend Siedlungskern bei Saint-Mayeul) im Verein mit dem Abteiumriss II von Conant38 dargestellt, in ein weitmaschiges Höhenlinienschema mit teils hypothetischen Gewässerläufen und Darstellung des Talgrunds eingebettet und sehr klein im Maßstab 1:10000 abgebildet.

Abb. 1.5: Cluny, Phasen der Siedlungsentwicklung im 10. und 11. Jh.
Rollier and Roiné 1994, S. 18, Vignette nº 2 (Ausschnitt).

Abb. 1.5: Cluny, Phasen der Siedlungsentwicklung im 10. und 11. Jh.
Rollier and Roiné 1994, S. 18, Vignette nº 2 (Ausschnitt).

Der in Wirklichkeit um 1 m breite Médasson ist stellenweise in gleicher Gewässerbreite wie die Grosne wiedergegeben, die zwischen ca. 9 und 25 m breit ist. Das Straßennetz bildet im Nordwesten undifferenziert einen Ausschnitt des heutigen Stadtplans ab und rechnet beispielsweise auch die Rue dʼAvril noch dem 10.–11. Jahrhundert zu. Der Weg über die Rue du Merle bis zur Rue de la Levée ist als alte Straße erkannt, auch wird ein Hangsaumweg nach Süden im Ansatz angenommen. Davon abgesehen, bleibt die Topographie unausgewertet, und die Verkehrsanbindung des Orts ist nicht dargestellt. Für das 12. und 13. Jahrhundert wird das Stadtinnere nach den Ergebnissen von Pierre Garrigou Grandchamp und Jean-Denis Salvèque gefestigter, ergänzt durch den Umriss der Abtei III und die Stadtmauer. Im Osten bleibt die Pfarrkirche Saint-Marcel nach dem Ansatz von Degueurce außerhalb der Mauer. Durch die Grosne von der Stadt getrennt, kommt die Kirche in der Flussaue zu liegen. Der Damm Digue de lʼÉtang-Neuf südlich der Stadt ist mit dahinter liegenden, talbreiten Stausee dargestellt und entlässt die Grosne linksseitig. All dies bedürfte einer detaillierten Begründung, denn die Grosne verläuft in unserer Zeit auf der rechten Talseite. Trotz der insgesamt starken Schematisierung der Darstellung, die in weiterer Reduktion von Philip Dixon (vgl. Abb. 1.6) und, in Anlehnung an letzteren, von Didier Méhu (vgl. Abb. 6.1) übernommen wurde, wird erkennbar, wie wenig Konkretes über die Ortssituation bis zum 13. Jahrhundert bekannt ist. Daneben tritt zutage, dass eine detaillierte Beobachtung der Topographie bisher kaum Eingang in die Interpretation der siedlungs– und hydrogeographischen Situation des Orts zu seiner Entstehungszeit gefunden hat.39 Sie bleibt, gerade bei der erschwerten Befundübersicht in einer bewohnten Stadt, ein Desiderat.

1.3.2 Katasteranalysen

Philip Dixon hat der Stadtanlage vor allem anhand einer statistischen Auswertung der straßenseitigen Parzellenbreiten nachgespürt.40 Die dabei herausgearbeiteten Module und die abgeleitete Verfeinerung des überkommenen Erklärungsschemas der Stadtgenese werden allerdings nicht recht verständlich, da in fast allen Straßen eine mehr oder weniger kontinuierliche Streuung der Parzellenbreiten vorliegt. Lediglich in der Rue dʼAvril und der Rue Joséphine Desbois, für die beide vorliegend eine geradlinige Anlage in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts erschlossen wird, erscheinen bei Dixon Abstufungen jeweils ähnlicher Parzellenbreiten, die auf die Bewahrung einer nach Maßvorgabe abgesteckten Breite hindeuten könnten. Da viele Faktoren die Parzellenbreite beeinflussen, etwa lokale Bebauungsdichte, Pachtpreis, geschlossene oder offene Typologie und spätere Überformung, ist deren Interpretation schwierig. Das zeigt sich auch daran, dass der Befund aller nachfolgend untersuchten Häuser aus der Zeit vor 1150 aus unterschiedlichen Gründen keinen Bezug zur jeweiligen neuzeitlichen Parzellenbreite erkennen lässt.41 Beachtet man die Ausformung der meisten Häuser seit 1150 als traufständige Reihenhäuser mit einfachen, von Grenzwand zu Grenzwand gespannten Pfettendächern, tritt vollends die Statik der stuhlfreien Dachkonstruktion als zusätzliche Erklärung dafür auf, dass das Gros der Hausbreiten zwischen ca. vier und acht Meter liegt. Bei den gebräuchlichen Pfetten bzw. Deckenbalken mit Querschnitten zwischen ca. 0.21 x 0.21 m bis ca. 0.30 x 030 m sind die Spannweiten durchaus ökonomisch bemessen.

Die Riemenparzellen innerhalb der Stadtmauern von Cluny wurden von Michel Bouillot mit der charakteristischen Flächenaufteilung spätmittelalterlicher Planstädte verglichen.42 Nun ist die Riemenparzelle ein Kennzeichen fast aller spätmittelalterlichen Städte; sie ist zwar unbedingt das Resultat eines planvollen Umgangs mit der zunehmenden Verdichtung, besonders entlang der als Hauslage begehrten Marktgassen. Allerdings sagt ihr Vorhandensein a priori nichts über die Genese und Bildung eines Straßennetzes, noch lassen sich dadurch topographisch bedingte von planmäßig angelegten Straßen und Wegen trennen. Dafür braucht es die genaue Beobachtung der Topographie. Anzeichen, die Rückschlüsse auf einen Planungsvorgang zulassen, wären entweder die Feststellung einer systematischen Berücksichtigung der Topographie in der Planung,43 oder aber deren Außerachtlassung zugunsten einer rigiden Geometrisierung des Stadtgrundrisses, wie sie zunächst die Planstädte des Spätmittelalters und später die neuzeitlichen Idealstädte kennzeichnet; letztere erreichen in Einzelfällen eine differenzierte Vorwegnahme von Straßen– und Stadträumen und wenden sich wieder von der Rigidität des Grundrisses ab. Die spätmittelalterliche Geometrisierung scheint Abbild der fortschreitenden Entwicklung und Praxis der maßstäblichen Reißbrettzeichnung zu sein, die allmählich die vorwiegend gedankliche Vorwegnahme und die flexible, ordnende Skizze als Hauptinstrumente der Planung ersetzt. Die geometrisierte Darstellung bildet auf dem Reißbrett eine eigene Zwischenwirklichkeit, die allerdings mit der Realität auch bis hin zur Unbrauchbarkeit zusammenstoßen kann.44 Eine in der geschilderten Form differenzierte Analyse fehlt für Cluny bisher vollständig.

Abb. 1.6: Entwicklung der Stadt Cluny in vier lokal abzugrenzenden Stufen A–D
(vgl. Abb. 1.5).
n. Dixon et.al. 1997, S. 96 Abb. 63.
Markiert (Verf.) die Gewässer (rechts Grosne, von unten Médasson).
Ergänzung des Nordpfeils: Verfasser.

Abb. 1.6: Entwicklung der Stadt Cluny in vier lokal abzugrenzenden Stufen A–D
(vgl. Abb. 1.5).
n. Dixon et.al. 1997, S. 96 Abb. 63.
Markiert (Verf.) die Gewässer (rechts Grosne, von unten Médasson).
Ergänzung des Nordpfeils: Verfasser.

Dixons Versuch, anhand des Stadtplans ältere Straßenführungen zu rekonstruieren und etwa Rue du Merle und Rue Saint-Mayeul auf ein (vermutetes) älteres Abteitor hin zu schwenken, kollidiert mit zwei der neuen Befunde ältester Steinhäuser des Orts an den „Gelenkstellen“, die bereits die heutige Richtung der Straßen vorgeben.45 Aber schon die Topographie, das physisch-geographische Relief und die Verkehrsanbindung des Orts sprechen nicht für die von Dixon vorgenommene, vergleichsweise noch vorsichtige Stadtplananalyse. Im Ergebnis zeigt sich die bei der Rekonstruktion früherer Siedlungszustände auftretende Schwierigkeit der Auswertung von modernem Kartenmaterial, die immer nur als Ergänzung zur Substratanalyse vorgenommen werden sollte.

1.3.3 Auswertung von Schriftquellen

Aus mediävistischer Sicht hat Didier Méhu das Thema der Gemeinschaft und Friedenssicherung in Cluny von der Klostergründung um 910 bis zum Beginn der Neuzeit ausführlich kritisch behandelt und dabei die wesentlichen Schriftquellen zur hochmittelalterlichen Siedlungsgeschichte teils erneut untersucht und teilweise offengelegt. Auch ein kritischer Überblick zur Historiographie der Siedlungsentwicklung ist Gegenstand der Darstellung.46 Die Arbeit führte im kartographischen Ergebnis allerdings nicht über die schon länger verbreiteten Hypothesen zur konkreten Raumordnung und Siedlungsgestalt hinaus, obwohl die Schriftquellenauswertung durchaus neue Grundlagen bereitstellt. Mit einigen ergänzenden Betrachtungen der Kartularien kann an diesen Forschungsstand zu den Schriftquellen angeknüpft werden. Die für die Siedlungsgeschichte entscheidenden Quellentexte bilden eine überschaubare Gruppe. Neue baugeschichtliche und siedlungsgeographische Beobachtungen – einmal aus der akribischen Untersuchung der Architektur mit deren typologischen Veränderungen, zum zweiten aus der Analyse der siedlungsgeographischen Bedingungen und Eigenschaften Clunys – können im Verein mit den Schriftquellen einen dichteren Erklärungsansatz für die Stadtentstehung liefern.47 Dazu dient eine katasterscharfe Übersichtskarte mit Lage und Datierung der bekannten Monumente von Stadt und Abtei bis ca. 1200 und mit Wiedergabe der Topographie (Pl. 9.1). An dieser Darstellung und den ihnen zugrundeliegenden Primärquellen können elementare Details bisheriger Rekonstruktionen der Ausbaustufen der Abtei und der Stadtentstehung überprüft und revidiert werden. Schließlich wird auf der Grundlage neuer Einzelbeobachtungen und –ergebnisse der Versuch unternommen, die Stadtanlage der Zeit um und nach 1100 strukturell darzustellen und auch planungsgeschichtlich aus hochmittelalterlicher Sicht zu begreifen. Dazu soll unter anderem der Vergleich zentraler Untersuchungsergebnisse mit Informationen aus den Schriften der römischen Feldmesser als Fachliteratur der Zeit um 1100 beitragen.

Fußnoten

„Les premières maisons ne sont pas connues [...]. Dans le cas de Cluny, en dépit dʼétudes approfondies, aucun élément certainement antérieur au XIIe siècle nʼa encore été identifié“ (Dixon et.al. 1997, S. 88).

Halbach 1984, S. 260–348, bzw. Tafeln 4–18 (S. 562–576).

Im Einzelnen die Archivbestände CEC (j), CEC(g), CEC (b), CEC (e), CEC (f), CEC (a), CEC (c), CEC (d), CEC (i), Salvèque 1979–1985 und CEC (h).

Garrigou Grandchamp et.al. 1997. Die Erwähnung des 11. Jahrhunderts im Titel bedarf der Anmerkung, dass die Publikation de facto Stadthäuser erst ab der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts behandelt, wie schon die vorausgehende Literatur. Hintergrund der Nennung des 11. Jahrhunderts ist die Kenntnis erster Ergebnisse der vorliegenden Untersuchung.

Vgl dazu: „[...] aus der Summe der Einzelbeobachtungen an erhaltenen m[ittel]a[lterlichen] Bauteilen kann im Verein mit Archäolog[ischen] Unters[uchungen] und Funden sowie mit schriftl[ichen] und bildl[ichen] Überlieferungen ein relativ deutl[iches], freilich noch längst nicht endgültiges Bild von H[aus]bau und H[aus]formen im späten M[ittel]A[lter] entstehen, während die Kenntnis des früh– und hochm[ittel]a[lterlichen] H[aus]baus allein anhand der insgesamt noch geringen und meist vieldeutigen Grabungsfunde sehr mangelhaft ist.“ (Lexikon des Mittelalters 1999, Sp. 1960).

Garrigou Grandchamp 2003, S. 82–84 mit Abb. 6 (Grundrissentwicklung, S. 82) Abb. 7 (Ansicht Front, S. 83) und Abb. 8 (Straßenquerschnitt, S. 83), die Zeichnungen von Flüge darstellen (Abb. 7 und 8 wie Flüge 2001, S. 31 Abb. 5 und 6).

Strobel 1976, S. 35: Steinhäuser werden ab Mitte des 12. Jh. genannt. Die älteste Architektur ist nicht klar zu definieren. Eine Wehrabsicht ist nicht nachweisbar. Das Prestigebedürfnis verschuf sich in der Fassadengestaltung Ausdruck.

Beyer 1992 passim.

Wenngleich die Untersuchungen der Stadtkernforschung und Monumentenarchäologie sich der hochmittelalterlichen Bausubstanz der Altstadt so adäquat näherten wie kein von anderer Seite unternommener Analyse– oder Interpretationsversuch, erschwert doch bis heute die Einzigartigkeit und Fragmentierung der Befunde deren Interpretation, Vermittlung und Erhalt für die Nachwelt. Beispiele für die Zerstörung einzigartiger und bedeutsamer Bauwerke aus der Gründungszeit Freiburgs sind der Abbruch eines präurbanen, aus Flusswacken gebauten Kellers auf dem Harmonie-Gelände, der zu einem von der Straße zurückgesetzt stehenden Haus gehörte (abgerissen um 1990) sowie 2004–06 die Abgrabung prä– und frühurbaner Steinbauten für den derzeit noch laufenden Umbau des Augustinermuseums. Besonders im über Jahrhunderte unangetastet gebliebenen Innenhof des Klosters bzw. Museums lagen umfangreiche, typologisch komplexe Baufragmente, die zu einem zähringischen Adelshof gehört haben können, der dem Bau der Burg auf dem Schlossberg vorausging. Diese Bauwerke wurden so überraschend abgebaggert, dass die mit dem Ausgräber Frank Löbbecke anberaumte gemeinsame Grabungsbesichtigung eine leere Baugrube vorfand. – Dass durch Immo Beyer für Freiburg erstmals der Ansatz einer Typologie des steinernen Stadthauses in der Zeit um 1100 gebildet werden konnte, der fundamental zur Erklärung der Stadtentstehung beiträgt, ist der methodischen Anlehnung an die Antikenforschung sowie einem konsequent baugeschichtlichen Ansatz zu verdanken (zum Beispiel Beyer 1996b, Haus zum Wetzstein bzw. Ausstellung „Die romanische Stadt – Freiburg von unten“ 1998). Für die großen Bauten bzw. Baukomplexe (Beyer 1996a, Münzgasse und Beyer 1997, Haupthaus Grafenhof) reicht aufgrund der Singularität der Befunde die Interpretationsunsicherheit noch bis in die Typologie, teils auch die Datierung hinein (vgl. Kap. 3.3.3, Haus 1–3, rue de la Chanaise, zweite Bauphase gegen 1200, S. 94 mit Anm. 83 sowie Kap. 3.5.7.c., Werkstein, Türen und Fenster, S. 212 Anm. 265).

Die Bertolde, später Zähringer, Herzöge der Veroneser Mark und Grafen des Breisgau, waren eng dem Kloster Cluny verpflichtet. Über Her(i)mann(us) I., den Bruder des Stadtgründers Bertold II. in Freiburg (Breisgau), verfasste Abt Hugo von Semur (1049–1109) in Cluny eine Vita. Hermann war zunächst selbst Graf im Breisgau und Markgraf von Verona. Er trat später als Mönch in die Abtei Cluny ein, wo er 1074 verstarb (vgl. Parlow 1999, S. XXVIII). Der Vater beider Brüder, Bertold I., war ein enger Freund des Hirsauer Abts Wilhelm, der in jüngeren Jahren in Cluny Mönch gewesen war. Bertold I. wählte seine Grablege im Reformkloster St. Aurelius in Hirsau. Als Kaisergegner und Vorstreiter für den Territorialismus ist für die Zähringer die ideelle Orientierung nach Cluny verständlich. Die Zeit der engsten Kontakte dorthin umfasst die 50 Jahre zwischen ca. 1070 und ca. 1120. Doch auch später ist die Verbindung noch wirksam. So ist die Zähringerstadt Freiburg im Üechtland Mitte des 12. Jahrhunderts auf Grundbesitz des Cluniazenserpriorats Payerne/Peterlingen angelegt worden.

Cluny A, Cluny I, Cluny II, Cluny III (Conant 1968 passim). Conants neuerdings angefochtene Periodeneinteilung nach dem Vorbild der Antikenforschung ist durchaus plausibel, da der jeweilige Kirchenbau stufenweise neue maßliche und typologische Vorgaben für den gesamten Klosterkomplex und die umgebende Siedlung setzte, so zum Beispiel für die zeitgleich mit der Abbatiale Cluny III errichtete Aula von 1107/08 (d) (Einzelbeschreibung siehe Kap. 3.4, S. 97149).

Roger Leech hebt hervor, daß seit 30 Jahren keine der vielen archäologischen Untersuchungen in Frankreich zu Kenntnissen über den Ursprung der südburgundischen Städte hat führen können (Garrigou Grandchamp et.al. 1997, S. 76).

Lokale Einzelinformationen zu Parzellen bzw. Baulinien vor dem 17./18. Jh. außerdem in den Grabungsberichten Roiné 1994 bzw. Rollier / Méhu: Cluny, Rue Bénetin, D.F.S. de sauvetage urgent, Service Régional de lʼArchéologie Dijon, Jul.–Aug. 1994.

Zurückgehend auf Georges Duby (Duby 1950, S. 260; Duby 1971, S. 46 und 267–268).

Conant 1968, groupe 1, pl. V fig. 5, vgl. vorliegend S. 362 Abb. 6.9.

Rollier and Roiné 1994, cartographie C.N.A.U. 1994 Tafelwerk, Karten „Cluny Xe–XIe siècles“ (auch: Textband S. 18, Vignette nº 2) und „Cluny XIIe–XIIIe siècles“.

Vgl. die Ausführungen von Garrigou Grandchamp et.al. 1997, S. 90–96. Die Mitte der 80er Jahre von Archäologen der Universitäten Reading und Nottingham auf Cluny angewandte Methode geht auf M. Conzen zurück, wurde in den 1960er Jahren entwickelt und hat in England zum Ergebnis modular erzeugter Grundstücke in mittelalterlichen Städten geführt. Vgl. ebenfalls Méhu 1999, S. 357–358.

Siehe Baudokumentation: Haus 20, rue du Merle (1090/91); Haus 11–13, place Notre-Dame / 3, rue de la Barre (1135/36); Haus 1–3, rue de la Chanaise, Westwand und Hofgrube (um 1100); auch: Haus 23, rue Filaterie / 1, petite rue des Ravattes (um 1208).

Vgl. Kap. 7.3.1, S. 415419, Vorschlag Stadtentwurf Freiburg i. Br. um 1100.

Beim Beispiel Monpazier (1284 planmäßig gegründete bastide) stoßen am Hauptplatz Hausecken diagonal gegeneinander, da ein Linienraster zugrundeliegt. Auf Stoß gegenüberliegende Hausecken wurden abgeschrägt, um Durchgänge zu schaffen.

20, rue du Merle (1090/91 (d), Kap. 3.2) und 1–3, rue de la Chanaise (Saalhaus der Zeit um 1100, Kap. 3.3).

Méhu 1999, S. 355–360, Historiographie.

Vorhandene schematische Plandarstellungen der Siedlungsentwicklung zum Beispiel an folgenden Stellen:

Dixon et.al. 1997, S. 101 Abb. 72, „Cluny vers 1300. Dʼaprès F. Quénard.“

– A.a.O., S. 96 Abb. 63 „Lʼévolution de la ville de Cluny“

Méhu 1999, S. 358 Abb. der vorgenannten Darstellung als Illustration zur Stadtentwicklung

– A.a.O., S. 356, „Carte 41: Le bourg de Cluny au XIIe siècle, dʼaprès Paul Degueurce, « Cluny. Etude dʼévolution urbaine » 1935, p. 136“; Degueurce wiederum nach: Chavot 1884, S. 158–159, Le Mâconnais (Méhu 1999, S. 377–378, Anm 138)

Méhu 2002a, S. 133 Abb. „Hypothèse du développement topographique du bourg de Cluny“, nach Dixon et.al. 1997, S. 96 Abb. 63

– A.a.O., S. 125, „Le bourg de Cluny et ses églises en 1100“

Rollier and Roiné 1994: Centre National dʼArchéologie Urbaine, Documents dʼévaluation du Patrimoine Archéologique Urbain (Cluny), mit Zeichnungen von A. Fonquernie (vgl. Kap. 1.3.1, S. 1314 Abb. 1.41.5).